2022

Wunscherfüllungen im Jahr 2022

Ein Herzenswunsch von Samantha* (57):
Samantha* ist 57 Jahre alt und sehr naturverbunden. Sie ist leidenschaftliche Bio-Gärtnerin. Seit einigen Jahren ist sie wohnungslos. Trotz finanzieller Nöte engagiert sie sich unter der Woche täglich als ehrenamtliche Schulweghelferin und ist zudem im Umwelt- und Tierschutz sehr aktiv. Ihr ganzer Stolz ist der Betrieb einer kleinen Krautgartenparzelle, dessen Unterhalt sich Samantha* selbst aufgrund weiterer finanzieller Belastungen nicht mehr leisten kann. Gerne haben wir ihr wertvolles Umweltprojekt (durch die Übernahme der Pachtgebühr in Höhe von 150 Euro) im Januar 2022 unterstützt.

Ein Herzenswunsch von Udo*:
Udo*
wohnt seit einiger Zeit in einer Münchner Einrichtung für Wohnungslose. Aktuell benötigt er dringend eine Brille und hat sich mit der Bitte an uns gewandt, dass wir für ihn die Zuzahlung in Höhe von 100 Euro übernehmen, welche seine Krankenkasse nicht bezahlt. Gerne möchten wir Udo* dabei helfen, bald wieder gut sehen zu können. Dank einiger Spenden kann der Wunsch in Kürze erfüllt werden.

Ein Herzenswunsch von Manfred*:
Manfred* hatte es nicht leicht in seiner Vergangenheit und musste schon viele Schicksalsschläge verkraften. Aktuell lebt er in einer Münchner Langzeiteinrichtung für wohnungslose Menschen und versucht hier wieder auf die Beine zu kommen. Sein Zimmer in der Einrichtung bietet ihm einen wichtigen Rückzugsort, den er sich gerne gemütlich einrichten möchten. Vor kurzem hat Manfred* seinem Sozialbetreuer von seinem Wunsch nach einem schönen Teppich berichtet. Eine schöne Wohnumgebung, die emotional auffängt und positive Gefühle schafft, gehört zu den wichtigsten Äußerlichkeiten das Lebens. Gerade die farbliche Gestaltung von Räumen hat einen intensiven Einfluss auf menschliche Gefühlslagen. Aus diesem Grund finden wir diesen ungewöhnlichen Wunsch sehr förderungswürdig und möchten ihn Manfred* gerne zeitnah erfüllen. Dank einer Spende einer Privatperson konnte der Wunsch im Januar 2022 erfüllt werden.

Ein Herzenswunsch von Franz* (66):
Franz* ist 66 Jahre alt und lebte über 15 Jahren auf der Straße. Nachdem er erst durch Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland wanderte, fand er im Oktober 2008 schließlich seinen Platz in München. Aktuell wohnt er in einer Langzeiteinrichtung für wohnungslose Männer. Hier bekommt er ein kleines Taschengeld, das aber zum Leben bei Weitem nicht reicht. Selbst für den Kauf einer täglichen Zeitung nicht. Auf dieses Vergnügen würde Franz* jedoch nur sehr ungern verzichten. Der Literaturfan ist nämlich seit über 45 Jahren ein interessierter Leser der Süddeutschen Zeitung und verfolgt so das tägliche Weltgeschehen. Deswegen wünscht sich Franz* von Herzen ein Zeitungsabonnement für die Süddeutsche Zeitung. In den vergangenen Jahren haben wir ihm diesen Wunsch bereits erfüllt und konnten ihm nun erfreulicherweise auch für 2022 eine Verlängerung des Abonnements schenken.

Ein Wunsch von Helmut* (56):
Helmut*
ist 56 Jahre alt und lebt seit April 2021 in einem stationären Obdachlosenheim. Er leidet an einer schweren, fortschreitenden Erkrankung; eine Verbesserung seiner Situation ist ausgeschlossen. Seine Betreuer gehen von einer eher geringen Lebenserwartung aus. Aktuell benötigt er Inkontinenzmaterial in Höhe von 37,07 Euro/Monat. Die Krankenkasse übernimmt diese Kosten nicht, weil Helmut* nur einen sogenannten Notfall-Versicherungsschutz (Schmerzbehandlung Ja, alles andere: Nein!) hat. Helmut* ist an den Rollstuhl gefesselt, kann sein Zimmer nicht verlassen, und ist zu 100% austherapiert; eine monatliche Inkontinenzversorgung (durch eine Kostenübernahme unserseits) wäre für ihn eine deutliche, und wohl auch letzte Verbesserung seiner Lebensqualität in der ihm noch verbleibenden Zeit. Wir freuen uns sehr, dass wir eine Patin für Helmut gefunden haben, welche ihn ab sofort monatlich bei der Kostenübernahme unterstützen wird.

Herzenswünsche von Erwin* (53) und Micha* (49):
Erwin*
ist 53 Jahre alt und teilt sich mit dem 49-jährigen Micha* eine Wohnungslosenunterkunft. Beide sind gesundheitlich schwerst-limitiert. Erwin* leidet unter einer Krebserkrankung und Micha* unter Herzinsuffizienz. Beide haben keinerlei Anspruch auf Sozialleistung. Sie wünschen sich einen warmen Anorak (in Höhe von jeweils circa 50 Euro). Micha* benötigt zudem dringend eine neue Brille. Wir freuen uns sehr, dass wir diese Wünsche dank einiger großzügiger Spenden in Kürze erfüllen können.

Digitales Inklusionsprojekt:
Technische Geräte, wie z.B. Laptops, Tablets und Smart Phones mit einem integrierten Internetzugang galten lange Zeit als Luxusgüter. Mittlerweile stellen sie die Grundvoraussetzung dar, um digital nicht abgehängt zu werden. Für Wohnungslose dient der Zugang ins World Wide Web nicht nur der Nachrichtenübermittlung oder Weiterbildung. Gerade bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle oder Wohnung haben Betroffene offline kaum eine Chance im heutigen Wohnungs- und Arbeitsmarkt. Das Internet bietet Wohnungslosen die Möglichkeit, wieder am Leben teilzuhaben und selbst aktiv teilzunehmen. Vor diesem Hintergrund betrachtet und besonders in der aktuellen Corona-Zeit, fördert der Schneekönige e. V. bewusst immer häufiger auch Wunschanträge im digitalen Bereich.

Im Jahr 2022 konnte bereits folgende Wünsche in dieser Rubrik erfüllt werden:
6 Handy-Wünsche, 2 TV-Geräte-Wünsche und 12 Tablet-/Laptop-Wünsche wohnungsloser Frauen und Männer. Hier sind einige Beispiele:

Ein Laptop-Wunsch einer wohnungslosen Frau:
Nana*
ist eine 20jährige Bewohnerin, die in einer Münchner Obdachlosenunterkunft wohnt. Sie stammt aus Somalia und lebt seit ihrer Flucht aus ihrem Heimatland seit zwei Jahren in Deutschland. Aktuell arbeitet sie in Teilzeit und hat bislang auf einen freien Platz in einem Integrationskurs gewartet, den sie nun in Kürze beginnen kann. Danach möchte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvieren. Corona-bedingt kann ihr Integrationskurs jedoch nur online stattfinden und Nana* bräuchte hierfür dringend einen Laptop. Von ihrem Verdienst kann sie sich ein solches Gerät derzeit leider nicht leisten. Wir möchten Nana*, die immer noch nicht mit den Folgen ihrer Flucht aus Somalia zu kämpfen hat, gerne bei ihrem Weg in eine positive Zukunft unterstützen.

Ein Laptop-Wunsch einer wohnungslosen Frau:
Nana*
ist eine 20jährige Bewohnerin, die in einer Münchner Obdachlosenunterkunft wohnt. Sie stammt aus Somalia und lebt seit ihrer Flucht aus ihrem Heimatland seit zwei Jahren in Deutschland. Aktuell arbeitet sie in Teilzeit und hat bislang auf einen freien Platz in einem Integrationskurs gewartet, den sie nun in Kürze beginnen kann. Danach möchte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvieren. Corona-bedingt kann ihr Integrationskurs jedoch nur online stattfinden und Nana* bräuchte hierfür dringend einen Laptop. Von ihrem Verdienst kann sie sich ein solches Gerät derzeit leider nicht leisten. Im März 2022 konnten wir ihr einen Laptop überreichen. Wir möchten Nana*, die immer noch nicht mit den Folgen ihrer Flucht aus Somalia zu kämpfen hat, auf diese Weise bei ihrem Weg in eine positive Zukunft unterstützen.

Ein Smartphone-Wunsch eines wohnungslosen Klienten des KMFV:
Der Bewohner ist 41 Jahre alt und seit November 2021 im Adolf Mathes Haus. Er ist schon seit längerer Zeit ohne festen Wohnsitz und war in verschiedenen Unterkünften und Einrichtungen. Trotz seiner langjährigen Wohnungslosigkeit hat er immer gearbeitet. Zukünftig kann er sich vorstellen eine Umschulung zu absolvieren, um sich mit seinem Abschluss bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen sowie nach Arbeitsplätzen zu suchen, Musik zu hören und Filme zu schauen, wünschte er sich ein internetfähiges Smartphone von uns und freute sich riesig über die Wunscherfüllung.

Ein Handy-Wunsch einer wohnungslosen Klientin von Karla 51:
„Mein Name ist Maria* und ich bin 50 Jahre alt. Im Moment lebe ich im Frauenobdach KARLA 51. Ich bin seit ca. 2,5 Jahren wohnungslos und komme aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck. Meine Hobbys sind Spazierengehen an der frischen Luft, Musik hören und Kaffee trinken mit netten Leuten. Früher bin ich auch sehr gerne Fahrrad gefahren, das mache ich heute auch ab und zu noch. Leider funktioniert mein altes Handy nicht mehr. Daher ist mein Herzenswunsch ein neues Handy. Ich wünsche mir kein Smartphone, sondern gerne ein einfaches Tastenhandy, so wie man das früher benutzt hat. Ich benötige ein Handy, um mit meiner Familie und auch mit meinem gesetzlichen Betreuer in Kontakt bleiben zu können. Daher würde ich mich sehr freuen, wenn Sie mir diesen Wunsch erfüllen könnten.“
–> Diesen Wunsch konnten wir im April 2022 erfüllen.

Unterstützung einer ukrainischen Flüchtlingsfamilie:
Mitte März haben wir einer ukrainischen Mutter, die mit ihrer kleinen Tochter auf dem Arm nach Deutschland geflüchtet ist, einen Buggy geschenkt.

Im März 2022 konnten wir folgenden Herzenswunsch von Lara* (19) erfüllen:
„Ich bin 19 Jahre alt und komme aus München. Ich bin seit ca. 8 Monaten wohnungslos und lebe derzeit in einem Frauenobdachlosenheim. Schon seit langer Zeit spare ich auf einen Führerschein, da ich unbedingt Autofahren lernen möchte. Außerdem ist mein Wunsch, eine Ausbildung im KFZ-Bereich zu machen. Auch dafür ist es sicher wichtig, Autofahren zu können. Hoffentlich kann ich dieses Jahr mit einer Ausbildung beginnen. In letzter Zeit musste ich mich zunächst um meine Gesundheit kümmern und konnte daher auch nicht arbeiten. Ich lebe gerade von Arbeitslosengeld II und spare trotz des wenigen Geldes weiterhin. Der Führerschein kostet zwischen 2800 und 3300 Euro. Ich habe bereits 1400 Euro gespart. Ich wünsche mir Unterstützung, dass ich den Führerschein bald fertig machen kann. Bei einer Fahrschule bin ich schon angemeldet.“

Ein Herzenswunsch von Peter* (64):
Peter*
ist körperlich sehr eingeschränkt und lebt als Langzeitklient in einer Münchner Wohnungsloseneinrichtung. Daher ist ein Zimmer, in dem er sich wohlfühlt und auch mal Besuch empfangen kann aus Sicht seiner Sozialbetreuer sehr förderungswürdig. Peter* muss seine Rente (er hat knapp 25 Jahre als Bäcker gearbeitet) von knapp 900 Euro komplett an den Bezirk abführen, sodass er von 126 Euro Sozialhilfe im Monat lebt. In diesem Rahmen ist die Selbstfinanzierung einer Auszieh- bzw. Schlafcouch, die er sich schon lange wünscht, utopisch. Dank einiger großzügiger Spenden konnte der Wunsch im März 2022 erfüllt werden.

Fahrradprojekt 2022:
Seit Anfang März 2022 erfüllen wir auch wieder Fahrradwünsche und haben seitdem bereits 3 wohnungslosen Wunschstellern ein Kostenübernahmeschreiben überreicht, mit dem sie sich in Kürze selbstständig ein Fahrrad bei einem unserer Münchner Kooperationspartner aussuchen können.